EMDR - endlich Altes verarbeiten (können)

Selbstheilungskräfte aktivieren, Blockaden auflösen - ursprünglich bei traumatischen Belastungen eingesetzt, wird das EMDR-Coaching heute vielfältig genutzt.


EMDR - wieder so ein Ausdruck, wo viele Klienten verneinen, wenn ich sie frage, ob sie davon schon gehört haben.

EMDR ist die Abkürzung für "Eye Movement Desensitization and Reprocessing“. Also "Desensibilisierung und Aufarbeitung durch Augenbewegungen".

EMDR wird sowohl therapeutisch als auch im Coaching eingesetzt. Es hilft, unverarbeitete Ereignisse neu aufzuschlüsseln, neu zu (be)werten und ihnen so die Möglichkeit eines "Eigenlebens" in uns zu nehmen.

Wir gehen dabei noch einmal in die belastenden Ereignisse oder Situationen oder Gefühle hinein und aktivieren dann beide Gehirnhälften, um eine Lösung herbeizuführen.

Du folgst dabei mit den Augen den Rechts-links-Handbewegungen des Coaches, um beide Gehirnhälften zu aktivieren. Wahlweise wird auch mit abwechselnden Rechts-links-Geräuschen (Streichen über das Ohr) oder -Berührungen gearbeitet.

 

Das kann durchaus an Hypnose erinnern (durch das pendelartige Winken für die Augenbewegung) und ist dennoch anders! Allerdings verbinde ich in den Sitzungen EMDR und Hypnose.  Während Hypnose eine Bewusstseinsveränderung anstrebt, zielt EMDR auf die Auseinandersetzung mit deinem Thema und die positive Stärkung und deiner Weiterentwicklung ab. Dabei wird das Nervensystem beruhigt, Denk- und Verhaltensmuster ändern sich - die als traumatisch  empfundenen Belastungen verschwinden.

Die Zeitung Schrot und Korn schrieb dazu in den 2000´ mal einen Artikel in dem sie anmerkten:

"Kritiker wenden ein, solche Heilungserfolge beruhten lediglich auf der durch die Augenbewegungen hervorgerufenen Entspannung. Doch die allein könnte Sucht- oder Allergiekranke nicht heilen. Mehr als 20 kontrollierte Studien belegen, dass EMDR wirkt. Die jüngsten Langzeituntersuchungen von Martin Sack von der Medizinischen Hochschule Hannover zeigen: Es ist keine Beruhigungs-, sondern eine Auflösungsmethode.

Warum sie wirkt, ist dagegen noch nicht schlüssig geklärt. Aufgrund von Erkenntnissen der Neurowissenschaften vermuten Forscher, dass belastende Ereignisse vor Schreck oder Erstarrung in der rechten Gehirnhälfte, dem Sitz des Fühlens, Sehens und Erlebens, als Gefühl oder Vorstellung stecken bleiben, anstatt wie üblich auch ins Sprachzentrum zu gelangen.

Zur Aufarbeitung fehlen so schlicht die Worte. Auch der Vergleich mit der „Rapid Eye Movement“(REM)-Traumphase während des Schlafs bietet sich an, in der das tagsüber Erlebte unter raschen Augenbewegungen verarbeitet wird. Die „bipolare“ EMDR-Technik - der Wechsel zwischen negativen und positiven Vorstellungen sowie zwischen den Rechts-links-Stimulierungen - reizt abwechselnd die rechte und linke Gehirnhälfte und regt diese möglicherweise an, die stecken gebliebene Information weiterzuverarbeiten.

Bestätigt wurde dies durch Unter­suchungen traumatisierter Vietnam-Veteranen. Die Forscher zeichneten ihre Gehirnströme auf, während sie träumten. Es zeigte sich, dass nicht beide Gehirnhälften, wie bei gesunden Versuchspersonen, sondern nur die rechte aktiv war. Das links sitzende Sprachzentrum dagegen blieb unbeteiligt."

EMDR im HYPNOSECOACHING

EMDR und Hypnose passen einfach perfekt zusammen! Durch die hypnotische Trance gelingt es besondern gut, in die zu bearbeitenden Themen einzusteigen. EMDR als auflösendes Werkzeug schließt sich dann schon eher abrundend an. Studien aus dem Jahr 2016 haben inzwischen herausgefunden, dass es vermutlich nicht die bilaterale Stimulierung ist, die den Auflösungsprozess in Gang bringt sondern der Zustand geteilten Fokusses! Und genau den erreichen wir durch Hypnose und Trance mühelos.